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Mittlerweile ist sie die bekannteste Privatbahn
Deutschlands. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwelche Horrormeldungen
in den Zeitungen stehen und selbst in bundesweiten Fernsehsendungen war sie
schon vertreten. Gemeint ist freilich die BOB.
Die DB wollte erst ihre Wagen auch nicht herausrücken. Die leiden selbst unter eklatantem Wagenmangel, weil es seit der Katastrophe von Eschede nicht mehr genügend Räder gibt. Und warum sollte die DB der Konkurrenz was geben? Oder hat jemand schon mal gesehen, dass ein McDonald's-Angestellter beim benachbarten BurgerKing neue Semmeln holt? Inzwischen wurden von der DB (wahrscheinlich auf Druck der Bayerischen Staatsregierung) ein paar frisch geputzte Silberlinge im Original-Design zur Verfügung gestellt. Schließlich legt auch der DB-Geschäftsbereich Netz der BOB etliche Steine in den Weg, bzw. zieht ihr unter den Zügen die Gleise raus. So wurden und werden in Holzkirchen, Schliersee, Fischhausen-Neuhaus, Bayrischzell, Schaftlach, Bad Tölz und Lenggries Ausweich- und Abstellgleise bis zum absoluten Minimum abgebaut. Dass darunter die ohnehin schon angeschlagene Zuverlässigkeit des Systems weiter leidet versteht sich von selbst. Nach Bayrischzell können nur noch Trieb- und Wendezüge fahren, weil das Umsetzgleis entfernt wurde. Deshalb braucht die BOB jetzt für die Schülerzüge jeweils zwei Kartoffelkäfer. Die Tegernseebahn AG, der der Abschnitt Schaftlach Tegernsee gehört, ist auch nicht besser. In Tegernsee soll der alte Lokschuppen mit dem Wasserkran und die Werkstatt einem neuen Einkaufszentrum weichen. Und das ausgerechnet in Tegernsee, wo seitdem die Kurgäste wegen der Gesundheitsreform ausbleiben jetzt schon 40 Prozent der Läden leerstehen. Das wird dann wohl das Ende der Dampfzugfahrten bedeuten. Dann lohnt es sich noch weniger nach Tegernsee zu fahren und es werden noch mehr Läden leerstehen. Unterdessen erwägt das Bayerische Wirtschaftsministerium den Vertrag mit der DEG (Deutsche Eisenbahn Gesellschaft, das ist der Betreiber der BOB) wegen Nichterfüllung vorzeitig zu kündigen. Gleichzeitig droht das Ministerium, wieder den alten Fahrplan einzuführen, was freilich die Fahrgäste am härtesten treffen würde. Betreiber wäre dann wieder die DB AG und die Integral-Fahrzeuge würden wohl als Konkursmasse verhökert werden. Braucht jemand eine High-Tech-Gartenlaube?
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