Rückblick Winter/Frühjahr 2002/03

Sechs Personen starteten am 2. Februar bei herrlichem Winterwetter in Allach zum Stadtspaziergang an der Würm. Die Tour verlief vom Allacher Bahnhof direkt zur Würm, dann immer am Fluss entlang bis Gräfelfing und schließlich quer durch den Lochhamer Schlag direkt ins Weiße Bräuhaus in Großhadern.
 

Das Deutsche Eck bei Koblenz
  
     Für unsere Modellbahner war am 8. Februar ein Besuch der Modellbahnanlage „Miniwelt“ in Oberstaufen vorgesehen. Wegen Terminproblemen bei den Interessierten wurde aber am Januar-Stammtisch kurzerhand beschlossen, die Exkursion auf den 16. März zu verlegen.
     Zu fünft fuhren wir dann hin.
     Die Anlage ist in einer neu gebauten Halle etwa 2 km vor Oberstaufen direkt an der Bahn gelegen. Ein originales Flügelsignal zeigt an, ob die Anlage geöffnet ist.
     Landschaftlich ist hier der Rhein zwischen dem Schwarzwald und Koblenz nachgebildet. Auf 1500 m Schienen mit 400 Weichen verkehren 140 Züge mit 980 Waggons.
     Nachdem sonst nicht viele Besucher da waren, ließ uns der Betreiber mal hinter die Kulissen schauen. Im Nebenraum war ein imposanter Schattenbahnhof aufgebaut, auf dem bald mehr los war als draußen auf der Anlage.
     Die komplette Anlage wird völlig ohne Digitaltechnik betrieben. Alles funktioniert mit einzelnen Stromkreisen, die mit einer aufwändigen Relaistechnik angesteuert werden. Eine halbwegs realistische Geschwindigkeit erreichen die Züge durch eine verminderte Spannung. Anscheinend wurden auch bei einigen Loks die Getriebe verändert.
     In der fensterlosen Halle wird alle Viertelstunde „Nacht“ gespielt. Die Anlage ist toll beleuchtet und es ist auch einige „Action“ geboten, etwas irritierend ist allerdings die mangelnde Beleuchtung der Reisezugwagen.
     Nach fast zwei Stunden Besichtigung ging es dann den gleichen Weg zurück zum Bahnhof. Am urigen Allgäuer Wirtshaus, in dem wir am Hinweg zu Mittag aßen, gingen wir vorbei. Die Pause bis zum nächsten Zug wurde in einem Café überbrückt.

      Die Mitgliederversammlung am 16. Februar in Stuttgart war relativ gut besucht. Die wichtigsten Themen waren die turnusmäßigen Vorstandswahlen und die Vorbereitung des Funtreffens. Ein Antrag zur Senkung des Mitgliederbeitrags wurde abgelehnt.
     Unser bisheriger Schriftführer Wolfgang stellte sich nicht mehr zur Wahl, das macht jetzt Hartmut (beide aus Stuttgart).
     Uli aus Ludwigshafen ist weiterhin Veranstaltungswart, er will sich aber von den Stuttgarter Aktivitäten zurückziehen und lieber seine Rhein-Neckar-Regionalgruppe stärker forcieren.

     Am 30. März gab es bei herrlichem Wetter den nördlichen Teil des Stadtspaziergangs an der Isar. Am Ende der Tour eröffneten im Aumeister alle 14 Spaziergänger die heurige Biergartensaison. Einige ließen es sich aber danach nicht nehmen, die ganze Strecke wieder zurückzumarschieren.

     Richtig heiß war es dann schon am Ostermontag (21. April) bei der GOC-Wanderung von Urschalling nach Aschau.
     Unsere 24-köpfige Gruppe konnte exklusiv eine kleine Kirche besichtigen. Das Besondere daran: es handelt sich um eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert (sowas ist im barockisierten Oberbayern äußerst ungewöhnlich). Die Kirche war ursprünglich innen vollständig ausgemalt, das wurde aber erst vor ein paar Jahren zufällig entdeckt, als ein Gottesdienstbesucher während der Predigt gelangweilt mit seinen Fingernägeln an der Wand kratzte...
     Unmut und Heiterkeit zugleich gab es über einen Teilnehmer der Tour, der eine kurze bayerische Lederhose anhatte. Das wäre ja nicht weiter schlimm, darunter hatte er aber eine lange Unterhose an... Er hat aber bestimmt gewusst, dass er in seiner Heimat, dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, mit dieser Kombination nicht lange frei herumgelaufen wäre.
 
  
Kaum vom Original zu unterscheiden: Lego-Berlin

Holländischer Provinzbahnhof

Flughafen München
     Zu viert starteten wir am 10. Mai zur Exkursion ins „Legoland“ bei Günzburg. Jeder, der nicht mitgefahren ist, weil er meinte, das wäre alles nur „Kinderkram“, hat wirklich was verpasst.
     Der Eintritt ist mit 24 Eumel zwar relativ hoch, dafür wird aber auch einiges geboten. Kernstück der Anlage sind Modellstädte aus Lego-Steinen:

  • Venedig (vom Dogenpalast bis zur Markuskirche),
  • Berlin (Deutschlands Hauptstadt mit Reichstag und Brandenburger Tor im Maßstab 1 : 20),
  • Hamburg Hafen (die kleine „Große Freiheit“),
  • Frankfurt (Höhepunkte von Frankfurt und ein Ausflug an Rhein, Main und Mosel),
  • Niederlande (Windmühlen, Grachten und Klappbrücken),
  • schwäbische Dorflandschaft (die Wallfahrtskirche „Maria Vesperbild“ und eine Molkerei),
  • München Flughafen (Franz-Josef-Strauß-Flughafen aus 4 Millionen Lego-Steinen),
  • Schweiz (Luzern und eine Bergstation),
  • Schloss Neuschwanstein.

     Damit das Ganze nicht zu statisch ist, fahren in fast allen Modellstädten diverse Bahnen und Schiffe umher, die, obwohl vollständig aus Lego gebaut, verblüffend echt aussehen. Besonders an Berlin konnten wir uns kaum satt sehen. Es sind praktisch alle wichtigen Gebäude zwischen Nikolaiviertel und Siegessäule nachgebildet. Und dazwischen wuseln gelbe Straßenbahnen umher.
     Im holländischen Teil gibt es eine Fähre, mit der ständig wechselnde Autos übersetzen. Auch die holländischen Züge sind gut getroffen.
     Wir bewunderten die Künstler, die es schaffen, aus lauter viereckigen Klötzchen beispielsweise eine bayerische Barockkirche zu bauen.
     Unwillkürlich fragten wir uns allerdings, was die mit der Anlage im Winter machen. Oder wenn ein gröberer Hagelschauer aufzieht...?
     Um diese Modellstädte fährt eine Bahn (nicht aus Lego, aber mit den markanten Knöpfen auf dem Dach), dahinter sind diverse Fahrgeschäfte wie in jedem anderen Freizeitpark aufgebaut. Die Bahn und die anderen Fahrgeschäfte sind alle im Eintrittspreis enthalten.
     Die wilderen Fahrgeschäfte dürfen von Kindern nur in Begleitung Erwachsener benutzt werden. Umgekehrt die Safari-Bahn (Autofahrt durch einen toll angelegten von Lego-Zoo): hier dürfen Erwachsene nur in Begleitung von Kindern rein. Wer mag sich da noch über einige entführte Kinder wundern...?
     Wir blieben – obwohl das gar nicht vorgesehen war – bis zum Schluss und konnten gerade noch den letzten Shuttlebus zum Bahnhof erreichen.
 

Fraunhoferstraße in den 60er-Jahren?
  
     Was machen schwule Eisenbahnfreunde, wenn sie „fremd gehen“? Ganz einfach: sie schauen alte Autos an!
     Gleich am Tag nach unserer Legoland-Expedition gab es zur Eröffnung des „Verkehrszentrums“ auf der Theresienhöhe eine Oldtimer-Parade durch München. Obwohl da naturgemäß weniger Bahn dabei ist, fanden sich einige FES-ler an der Reichenbachbrücke ein, um den Fahrzeugkorso zu bewundern. Zur allgemeinen Überraschung tauchte kurz vor Beginn des Konvois eine Vorkriegs-Trambahn auf und blieb fast während der ganzen Parade an der Stadteinwärts-Haltestelle der 27er stehen. Das gab freilich einen guten Hintergrund für die alten Autos ab.
     Zunächst kamen neue Autos, z.B. die neuesten Vorführ-Modelle von Audi, dann folgten immer ältere Autos bis am Schluss ein paar Pferdekutschen vorbei klapperten. Die verschiedenen „Epochen“ wurden durch Musik-Wagen die die Musik der dazugehörigen Zeit spielten, eingeleitet. Als die Autos der 30er-Jahre kamen, fuhr die alte Trambahn los und reihte sich nahtlos in den Konvoi ein. Freilich ging das nur auf der Fraunhoferstraße, weil das der einzige Abschnitt war, wo der Konvoi das Trambahnnetz berührte.
     Das „Verkehrszentrum“ ist die Außenabteilung „Landverkehr“ des Deutschen Museums. Am Nachmittag wollten wir noch gemeinsam die neuen Ausstellungen in den alten Messehallen besuchen, irgendwie hat das dann aber mit dem vereinbarten Treffpunkt nicht geklappt.
     Die Exponate sind – nach einem neuen Konzept – nicht nach Verkehrsmitteln getrennt, sondern man versucht Verkehr als ganzheitliche Funktion darzustellen. Nachdem aber BMW der Hauptsponsor ist, gibt es freilich keine Auseinandersetzung mit den eher kritischen Themen.
     Auf der Theresienwiese war dann auch noch einige Action aufgebaut. Zum Beispiel ein Fahrsimulator der Polizei, mit dem schwierige Verkehrssituationen gemeistert werden konnten, was aber kaum einer schaffte und es deshalb immer wieder zum virtuellen Crash kam.
     Dann führte die Feuerwehr ihre üblichen Spielchen vor, beispielsweise was passiert, wenn einer versucht mit Wasser brennendes Fett zu löschen... Die dadurch entstehende Fett-Explosion macht immer wieder schweren Eindruck bei den Zuschauern.
     Das Technische Hilfswerk hatte eine Sammlung von Wasserpumpen aufgebaut und ließ die Fontänen im Takt der Popmusik spritzen. Gut gemachtes Wasser-Ballett.
     Für die Bewirtung hat man einfach eines der beiden Frühlingsfest-Bierzelte stehen gelassen.

     Anlässlich des 10-jährigen FES-Jubiläums fand vom 6. bis zum 9. Juni das diesjährige Funtreffen in Stuttgart statt. Was da alles passiert ist, könnt Ihr im nächsten Beitrag lesen.
 
  
Die TAG-7 – S-Bahn-Ersatzverkehr nach Herrsching
     Das Leben in vollen Zügen genießen konnte man am 29. Juni beim 100-jährigen Jubiläum der Strecke Pasing – Herrsching. Vom Bayerischen Localbahn Verein wurde ein Zug eingesetzt, der am München-seitigen Ende mit der Tegernseebahn-Dampflok TAG-7, am Herrsching-seitigen Ende mit einer E69 bespannt war. Die kleine E-Lok hätte den langen Zug, der aus etlichen Plattformwagen („Donnerbüchsen“) und zwei österreichischen Abteilwagen bestand, kaum wegziehen können, wenn die Dampflok nicht kräftig nachgeschoben hätte.
     Der Zug war bereits bei der Abfahrt am Hauptbahnhof gut gefüllt, ab Pasing platzte er aus allen Nähten. Als in Germering und Gilching nochmal ganze Hundertschaften den Zug stürmen wollten, kamen Erinnerungen an die ersten Züge, die nach der DDR-Grenzöffnung Richtung Westen fuhren, auf: „Draußen stehen Leute und winken, anscheinend sind wir schon im Westen...“
     Am Westkreuz begegnete uns plötzlich ein anderer Zug, der neben einigen Schnellzug- samt Speisewagen mit einem „Krokodil“ und einer 01 bespannt war. Dieser Zug vom Bayerischen Eisenbahn Museum pendelte zwischen Hbf und Weßling. Allerdings war er in dem massenhaft unters Volk geworfenen Prospekt nicht erwähnt und entsprechend schlecht besetzt. Erst am Schluss der Veranstaltung ist uns in Pasing ein kleiner Zettel aufgefallen, auf dem beide Züge enthalten waren: der immer überfüllte BLV-Zug Pasing – Herrsching im 4-Stunden-Takt und der immer ziemlich leere BEM-Zug Hbf – Weßling im 2-Stunden-Takt. Da ist wohl irgendwem ein kleiner Planungsfehler unterlaufen...

     Trotz der Terminkollision konnte der bereits längerfristig für den gleichen Tag geplante Stadtspaziergang an der Isar stattfinden. Die obligatorische Biergarten-Einkehr war am Flaucher.



Titelseite

vorheriger Artikel

nächster Artikel